Jacob de Wit

Jacob de Wit

1695 – 1754 Amsterdam

« Allegorie auf die Jagd »

signiert Mitte rechts: „J d Wit”
Maße: 76 × 69 cm
in geschnitztem Rahmen

Jacob de Wit  gehörte zu den niederländischen Malern des Goldenen Zeitalters, die ihre Aufträge fast ausschließlich von der Katholischen Kirche erhielten. Von 1695 bis 1710 lebte de Wit in Amsterdam und siedelte dann in das flandrische Antwerpen, wo er bis 1716 blieb. In Antwerpen wurde die flämische Malerei zu seiner wichtigsten Inspirationsquelle. Hier studierte Jacob de Wit intensiv die Gemälde von Peter Paul Rubens, an dessen Oeuvre er sich stilistisch, technisch und kompositorisch zu orientieren begann, aber im Sinne der Rokoko-Malerei seine persönliche, optisch leichtere und weniger dramatische Ausdrucksart entwickelte. Nach 1716 arbeitete Jacob de Wit wieder in Amsterdam und erhielt dort zahlreiche Aufträge als Porträt- und Kirchenmaler für die wichtigsten katholischen Auftraggeber der Stadt. Jacob de Wit war zudem nicht nur Künstler, sondern vor allem auch Sammler. Merkantil erfolgreich, erwarb er für seine eigene Sammlung sechzehn Gemälde von Peter Paul Rubens, ferner vier von Antonius van Dijck, weitere vier von Jacob Jordaens und eines von Tizian, dazu exzellente Zeichnungen italienischer und flämischer Meister. Er besaß ein äußerst geschultes Auge.

Die größte künstlerische Fertigkeit von Jacob de Wit bestand unbestritten in der Grisaille-Malerei, mit der er in Öl auf Leinwand in feinen Grau-in-Grau-Kaskaden „Trompe l´œils” mit sehr dekorativen allegorischen Darstellungen schuf. Den Grisailles verdankte Jacob de Wit schon zu Lebzeiten eine große Sammlerschaft, auch außerhalb der Niederlanden auf internationalem Terrain. Fein arbeitete sich Jacob de Wit in den Grisailles von einem gemalten „relievo scacciato”, einem malerisch vorgetäuschten Flachrelief im Hintergrund, hervor bis zu den Figuren und Elementen im Vordergrund, die dem Betrachter wie vollplastische Stukkaturen erscheinen. Zu seinen berühmtesten Zyklen in Grisaille-Technik gehört die Serie „Moses und die 70 Ältesten” für das historische Rathaus in Amsterdam.

Provenienz:
Koester Gallery, London

Literatur:
Koester Katalog „Spring Exhibition 1965”

Vergl.:
Door Mr A Staring, Jacob de Wit, Amsterdam, 1958, Tafeln 38, 39, 54; In de Wolken- Jacob de Wit als Plafondschilder, Amsterdam, 2000, Abb. 17 und 21; Biographie: Putti en Cherubijentjes, Het religieuze Werk van Jacob de Wit (1695 – 1754), Amsterdam 1996, S. 156/157.


  Abbildung vergrößern