Aufsatzschreibsekretär - Schreibmöbel
Aufsatzschreibsekretär - Schreibmöbel

Aufsatzschreibsekretär - Schreibmöbel

Mitteldeutsch, um 1795

Eichen- und Weichholzkorpus mit Mahagoni furniert, vergoldete Messingbeschläge, Marmorplatte mit Galerie
Schreibplatte: originales Leder mit Golddekor
Maße:
116 cm x 115 cm x 60 cm

 

Nach wie vor ist der Schreibtisch eines der wichtigsten Möbel, selbst in Zeiten der tragbaren Rechner. Als gleichsam „Kommunikationszentrum“ des Hauses war der Sekretär, der ja mehr ist, als nur ein einfacher Schreibtisch, nämlich auch Aufbewahrungs- und Archivschrank, ein wertgeschätzter Einrichtungsgegenstand, auf den geachtet wurde und an den Ansprüche herangetragen wurden.

Oft gab er, wie bei einigen Stücken aus der Roentgen-Werkstatt zu sehen, Anlass zu großem Luxus. Nicht, dass das hier angebotene Stück ohne Luxus wäre, aber die Grundform ist schlicht und voll des klassischen Geistes, die Beschläge und der Dekor etwas zurückhaltend, aber in der Anmutung doch sehr edel.

Der zurückgesetzte Aufsatz (Oberteil) nimmt in Variation die formale und ornamentale Thematik des Korpus auf, vor allem auch den gedrückten Korbbogen mit geradem Abschluss, eine eher seltene Form, die dem Sekretär aber einen besonderen Charakter verleiht. Unterstützt wird das durch sparsame Kanneluren und Profilleisten.

Der Aufsatz hat oben ein Ablagefeld aus einer Marmorplatte, das mit einer nicht ganz umlaufenden, nach vorn offenen Messing-Galerie versehen ist (was das Herunterfallen von Gegenständen nach Hinten verhindert). Der Korpus steht auf vier nach unten schmal zulaufenden Füßen, die, aus dem Pilaster entwickelt, typisch für die klassizistische Formensprache sind. Die Enden sind in Metallschuhen eingefasst. Oben zeigen die Beine keilförmige Elemente als Dekor, die Guttae, die sonst an dorischen Tempeln unterhalb der Triglyphen vorkommen und ursprünglich Elemente des Holzbaus waren.

Die Schreibplatte ist im originalen Leder erhalten, das den typischen Golddekor zeigt.

 


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